Sind wir nur noch Single oder Polygam? 

Lifestyle | 9. Oktober 2023

Sind wir nur noch Single oder Polygam? 

Sind Menschen überhaupt noch beziehungsfähig oder beziehungswillig? Der Blick auf die aktuellen Single-Statistiken sagt ganz klar Nein. Noch nie gab es deutschlandweit so viele Singlehaushalte wie aktuell. Es scheint fast so, als möchte sich niemand mehr binden und mit einem Partner seine Zeit verbringen. Doch der Schein trügt, denn unter der Single-Oberfläche schlummert die Sehnsucht nach Nähe, Loyalität und echten Verbindungen. Dieser Artikel zeigt, wie Beziehungen heute funktionieren (können).

Die steigende Anzahl von Singles: Freiheit und Selbstverwirklichung

Glaubt man aktuellen Erhebungen, so lebt jeder fünfte Bürger allein. Doch diese Zahl muss nicht zwangsläufig Einsamkeit und Traurigkeit widerspiegeln. Viele Menschen entscheiden sich bewusst für das Single-Dasein, um Unabhängigkeit zu genießen. Diese Freiheit ermöglicht es, Leidenschaften und Hobbys intensiver zu verfolgen, oder Freunden auch bis spät in die Nacht zu treffen.

Doch die wachsende Anzahl der registrierten Nutzer auf diversen Portalen zur Partnersuche zeigt auch eine andere Seite. Viele Singles möchten eigentlich gar nicht mehr allein sein, sind aber auch nicht um jeden Preis kompromissbereit. Das Sprichwort „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ nehmen viele Singles besonders wirklich. Einige prüfen ihr Leben lang, andere trauern womöglich verpassten Chancen aufgrund ihrer stupiden „Prüfungshaltung“ nach. Zwischen denen, die gern allein sind und denen, die gern wieder eine Partnerschaft hätten, gibt es eine illustre Single-Masse. Sie bewegen sich oft in einem emotionalen Spagat aus Suche und Zufriedenheit.

Wenn Innovation auf Emotion trifft: Gefühle via Bits, Bytes und Silikon

Dating-Apps und Online-Plattformen haben sich als Standardwerkzeuge für viele Singles etabliert, die auf der Suche nach einem Partner sind. Durch Algorithmen, die Persönlichkeitsmerkmale und Vorlieben abgleichen, versuchen diese Plattformen, kompatible Paare zusammenzubringen. Laut einem vollmundigen Versprechen verlieben sich einige Suchende sogar alle elf Minuten, andere suchen noch heute.

Immer mehr ehemalige Nutzer von Dating-Plattformen haben die Hoffnung aufgegeben. Es scheint für sie keine Liebes-Nadel im Single-Haufen zu geben. Doch was tun, wenn Amors Pfeil auch mit digitaler Unterstützung nicht treffen will und das Kennenlernen potentieller Partner im realen Leben schwerfällt? In dieser Single-Gefühl-Landschaft zwischen Selbstentdeckung und Selbstverwirklichung haben sich einige Eigenheiten entwickelt. Produkte wie etwa Sexpuppen werden auch in Deutschland immer beliebter. In anderen Regionen, vor allem Asien, sind sie längst keine Besonderheiten mehr. Die Puppen repräsentieren nicht nur das Bedürfnis nach physischer Nähe, sondern sind auch ein Ausdruck des Wunsches nach Intimität und Zuneigung. Allerdings haben die Puppen einen entscheidenden Vorteil: Sie hegen keine Erwartungshaltung. Damit sind sie die perfekte Balance zwischen dem Gefühl aus Zuneigung, Intimität und Autonomie ohne Partner.

Mehrere Menschen glücklich machen: Neue Beziehungskonstellationen jenseits der Monogamie werden zum Trend

In den letzten Jahrzehnten beobachteten bzw. auch einen Trendwechsel bei den Beziehungsmodellen. Zwar lebt die Mehrheit der Paare nach eigenen Angaben noch immer im monogam, aber alternativer Beziehungsmodelle werden beliebter.

Da ist zum einen die Polyamorie, bei der Menschen gleichzeitig mehrere intime Beziehungen pflegen, immer im Bewusstsein und Einverständnis aller Beteiligten. Offene Beziehungen wiederum erlauben Partnern, neben der Hauptbeziehung auch andere romantische oder sexuelle Verbindungen einzugehen.

Ein weiterer Trend bewegt sich weg von der rein romantischen Bindung hin zu Beziehungen, die auf gemeinsamen Interessen und Aktivitäten basieren. Hier steht weniger das klassische Liebesbild im Mittelpunkt, sondern vielmehr der gemeinsame Nenner, sei es ein Hobby, eine Leidenschaft oder eine Weltanschauung.

Studien zeigen: Monogamie ist nicht mehr das Nonplusultra bei den Beziehungsvorstellungen

Wird die Monogamie in den nächsten Jahren tatsächlich zum Auslaufmodell? Die Studienlage zeigt eindeutig, dass Polygamie immer öfter gelebt wird. Viele Paare vertreten mittlerweile die Einstellung, dass Liebe nicht exklusiv ist.

Eine Studie der Open University’s Enduring Love? aus dem Jahr 2019 bestätigt dies. Das Ergebnis: Viele Paare, die nicht-monogame Beziehungen leben, sind genauso zufrieden, wenn nicht sogar zufriedener als ihre monogamen Studienteilnehmer. Zu einem ähnlichen Resultat kam auch das Internet-Marktforschungsinstitut YouGov bei einer 2020 veröffentlichten Umfrage zum Thema Polyamorie. Hier wurde ebenfalls deutlich, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland und anderen Ländern vorstellen können, Polyamor zu leben.

Bleiben wir rastlose Suchende nach Liebe?

Die aktuelle Generation wird oft als „beziehungsunfähig“ bezeichnet, doch dieser Begriff spiegelt nicht das volle Bild der modernen Beziehungsdynamik wider. In Wirklichkeit sind es zahlreiche kulturelle, wirtschaftliche und technologische Faktoren, die das neue Beziehungsmuster beeinflusst haben. Zum einen haben die rasante Digitalisierung und der Aufstieg von sozialen Medien dazu geführt, dass menschliche Interaktionen häufig oberflächlicher geworden sind. Das ständige Vorhandensein von Optionen, etwa durch Dating-Apps oder soziale Netzwerke, kann zu einer „Gras ist grüner“-Mentalität führen. Das Ergebnis ist eine fortwährende Suche nach dem besten Partner.

Wie Geschlechterrollen die Beziehungsdynamik beeinflussen

Jeder kennt die klassischen Geschlechterrollen mit Sicherheit noch von seinen Eltern oder Großeltern. Während der Mann oftmals als Ernährer der Familie galt und viel arbeitete, war die Frau vor allem mit der Betreuung der Kinder und des Haushalts beschäftigt. Später gehen viele Frauen zwar einer Tätigkeit nach doch meistens nur in Teilzeit. Auch diese Rollenverteilung hatte einen enormen Einfluss auf die Beziehungsdynamik, denn häufig galten Frauen abhängig von ihren Männern. Ohne deren Verdienst war ein eigenständiges Überleben, vor allem mit Kindern, meistens nicht möglich.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild gewandelt. Frauen sind immer häufiger in Führungspositionen zu finden und Männer beteiligen sich aktiver an der Kindererziehung und Hausarbeit. Ein Blick auf die Statistiken unterstreicht diese Veränderung. Laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland stieg die Erwerbstätigenquote von Frauen zwischen 2005 und 2019 von 63 Prozent auf 72 Prozent. Dies zeigt, dass immer mehr Frauen aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen. Gleichzeitig gibt eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2017 an, dass die Zahl der Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, von 3 Prozent im Jahr 2006 auf 37 Prozent im Jahr 2016 gestiegen ist.

Während diese Verschiebung viele Vorteile mit sich bringt, hat sie auch zu einer Reihe von Unsicherheiten geführt. Traditionelle Beziehungsmuster und Erwartungen werden in Frage gestellt. In vielen modernen Beziehungen gibt es einen ständigen Balanceakt, bei dem beide Partner versuchen, Karriere, Familie und persönliche Entfaltung unter einen Hut zu bringen. Viele Paare scheitern daran und entscheiden sich für die Trennung.

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