Schlafstudie zeigt: Mehr Schlaf bringt nicht automatisch mehr Erholung

Gesundheit | 7. März 2026

Schlafstudie zeigt: Mehr Schlaf bringt nicht automatisch mehr Erholung

Dailydream Untersuchung entkräftet Mythen rund um Powernaps und Schlafdauer

Gräfelfing – Länger schlafen, um fitter und leistungsfähiger zu sein – für viele klingt das logisch. Die Realität ist jedoch komplexer. Eine aktuelle Schlafstudie von Dailydream zeigt: Nicht die Dauer, sondern vor allem die Qualität des Schlafs entscheidet darüber, wie erholt Menschen sind. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 2.000 Personen in Deutschland zu ihren Schlafgewohnheiten.

Ein zentrales Ergebnis: Auch dort, wo Menschen länger schlafen, ist die Schlafqualität nicht automatisch besser. Zudem widerlegt die Studie einen verbreiteten Irrtum: Powernaps können schlechten Nachtschlaf nicht kompensieren.

Dailydream betrachtet Schlaf aus einer ganzheitlichen Perspektive. Geschäftsführer Tobias Jaroschek ist ausgebildeter Schlafcoach und beschäftigt sich seit Jahren mit der Bedeutung von Schlaf für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

„Gerade zu Jahresbeginn setzen sich viele Menschen neue Gesundheitsziele“, sagt Jaroschek. „Schlaf wird dabei oft unterschätzt. Dabei ist er eine der wichtigsten Grundlagen für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.“

Schlafdauer unterscheidet sich regional deutlich

Die Analyse zeigt, dass sich Schlafverhalten innerhalb Deutschlands deutlich unterscheidet. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern.

In Hessen schlafen Erwerbstätige im Durchschnitt 7 Stunden und 12 Minuten – so wenig wie in keinem anderen Bundesland.
Am meisten Schlaf bekommen dagegen Menschen in Berlin mit durchschnittlich 7 Stunden und 52 Minuten.

Überdurchschnittlich lange Schlafzeiten finden sich auch in Sachsen, Bremen und Hamburg. Bayern und Baden-Württemberg liegen im Mittelfeld, während Thüringen und das Saarland eher kürzere Schlafzeiten aufweisen.

Auch bei den Bettgehzeiten zeigen sich klare regionale Muster. In Bayern gehen Menschen unter der Woche bereits gegen 21:22 Uhr schlafen. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg beginnt die Nacht dagegen deutlich später.

Der Tagesbeginn variiert ebenfalls stark. Während der Wecker in Sachsen-Anhalt schon gegen 05:48 Uhr klingelt, startet der Tag in Hessen im Durchschnitt erst nach sieben Uhr.

Diese Unterschiede spiegeln verschiedene Lebensrealitäten wider – etwa Arbeitszeiten, Pendelwege oder urbane Lebensstile.

Allein schlafen heißt länger schlafen

Unabhängig von der Region zeigt sich ein weiterer klarer Trend: Singles schlafen länger als Menschen, die ihr Bett mit einer weiteren Person teilen.

Wer gemeinsam schläft, hat häufig kürzere Ruhephasen – ein Effekt, der sich insbesondere in stressigen Alltagssituationen bemerkbar macht.

Powernaps helfen nur kurzfristig

Viele Menschen versuchen Müdigkeit durch kurze Nickerchen am Tag auszugleichen. Die Studie zeigt jedoch, dass regelmäßige Powernaps mit einer geringeren Schlafqualität verbunden sind.

Teilnehmende, die Powernaps machen, bewerten ihren Schlaf im Schnitt mit 3,03, während Menschen ohne Powernaps eine bessere Bewertung von 2,70 angeben.

„Ein kurzer Mittagsschlaf kann kurzfristig beleben“, erklärt Jaroschek. „Er ersetzt aber keinen erholsamen Nachtschlaf. Wer tagsüber häufig schlafen muss, sollte seine Schlafgewohnheiten genauer betrachten.“

Besonders belastet: Mütter

Die Studie bestätigt zudem eine Erfahrung vieler Familien: Mütter berichten über die schlechteste Schlafqualität.

Frauen mit Kindern schlafen deutlich schlechter als Frauen ohne Kinder – und auch schlechter als Männer mit Kindern. Gründe sind unter anderem nächtliches Aufwachen durch Kinder, mentale Belastung oder fehlende Erholungsphasen.

„Schlaf ist eine zentrale Ressource, besonders für Menschen mit hoher Alltagsbelastung“, so Jaroschek.

Gedanken, Schmerzen und Smartphones stören den Schlaf

Als häufigste Ursachen für schlechten Schlaf nennen Befragte:

  • Grübeln und Gedankenkreisen
  • Rücken- und Nackenbeschwerden
  • Smartphone-Nutzung im Bett

Vor allem in Großstädten spielt das Smartphone eine größere Rolle als Schlafstörer.

Schlafqualität entscheidet

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich: Schlaf ist kein standardisiertes Verhalten, sondern hängt stark von Lebensstil, Alltag und Gewohnheiten ab.

Mehr Schlafzeit allein führt nicht automatisch zu besserer Erholung. Entscheidend sind gute Schlafgewohnheiten, eine passende Umgebung und ein bewusster Umgang mit Schlaf.

„Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für Gesundheit“, sagt Jaroschek. „Wer langfristig leistungsfähig bleiben will, sollte nicht nur länger schlafen – sondern besser.“

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