
Business | 22. Juli 2025
Zertifiziert & rechtssicher: Vorteile der IATA DGR‑Schulung
Ein sicherer, rechtskonformer Transport diagnostischer oder infektiöser Proben über den Luftweg ist für Labore, Kliniken und Transportdienstleister unverzichtbar. Insbesondere beim Versand von Stoffen der Unterklasse 6.2, wie etwa UN3373 (Biologischer Stoff, Kategorie B), gelten strikte internationale Vorschriften. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist nicht nur eine Frage der Haftung, sondern auch der Sicherheit für alle Beteiligten entlang der Transportkette.
Eine strukturierte IATA DGR-Schulung vermittelt praxisnahes Wissen zu Klassifizierung, Verpackung, Dokumentation und Kennzeichnung dieser Gefahrgüter – exakt nach den Anforderungen der International Air Transport Association (IATA). Wichtig: Die Gültigkeit eines IATA-DGR-Zertifikats beträgt 24 Monate – eine Wiederholungsschulung zur Verlängerung des Zertifikats ist vor Ablauf verpflichtend.
Struktur und praxisorientierte Inhalte der IATA DGR‑Schulung
Die IATA DGR-Schulung für die Unterklasse 6.2 (UN3373) ist speziell auf den Lufttransport von infektiösen und diagnostischen Proben ausgelegt. Der IATA Kurs richtet sich primär an medizinische Einrichtungen, Labore sowie Transportunternehmen und orientiert sich streng an den Vorgaben der IATA-Gefahrgutvorschriften (DGR – Dangerous Goods Regulations).
Die Inhalte der Schulung sind in praxisorientierte Module gegliedert, die sich am realen Ablauf im Arbeitsalltag orientieren. Teilnehmende lernen unter anderem:
- Korrekte Identifikation und Abgrenzung der Unterklasse 6.2
- Klassifizierung nach UN-Nr. (insbesondere UN3373)
- Auswahl und Nutzung der Verpackung
- Kennzeichnung und Etikettierung (z. B. mit UN3373-Symbol)
- Dokumentation und Luftfrachtpapiere, z. B. Air Waybill
Besonderes Augenmerk liegt auf typischen Fehlerquellen, etwa unvollständigen Deklarationen, fehlerhafter Verpackung oder falsch ausgefüllten Dokumenten. Diese werden anhand realitätsnaher Fallbeispiele und interaktiver Übungen intensiv behandelt. So erhalten Teilnehmende nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch Handlungssicherheit für den Alltag.
Rechtliche Grundlagen und internationale Zertifizierung
Der Transport gefährlicher Güter, insbesondere infektiöser Proben, unterliegt im Luftverkehr klaren rechtlichen Regelungen. Die Schulung zur IATA DGR Unterklasse 6.2 basiert auf:
- den IATA-DGR-Vorschriften
- dem ICAO-TI (Technical Instructions) der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation
Zusätzlich gibt es ein Zusatzmodul, welches den Vorlauf auf der Straße behandelt. Dieses basiert auf dem Regelwerk ADR.
Erst mit einer bestandenen Schulung und einem offiziellen Zertifikat nach IATA-Standard ist Personal dazu befähigt, UN3373-Proben ordnungsgemäß für den Lufttransport vorzubereiten und zu versenden.
Ein gültiges IATA-DGR-Zertifikat dient bei Transportkontrollen als rechtsgültiger Nachweis für die Schulung. Es reduziert die Haftungsrisiken im Schadensfall erheblich und belegt die Einhaltung der internationalen Transportvorschriften – ein Muss für jede Einrichtung, die Proben über den Luftweg versendet.
Vorteile, Zielgruppen und flexible Online-Durchführung der Schulung
Die Schulung richtet sich an ein breites Fachpublikum: Laborpersonal, medizinische Fachkräfte, Transportunternehmen, Kurierdienste sowie Mitarbeitende in Versandabteilungen. Besonders bei Einrichtungen mit hohem Versandvolumen oder internationalem Tätigkeitsfeld ist eine regelmäßige Schulung aller Mitarbeitenden unverzichtbar.
Vorteile der IATA DGR Schulung auf einen Blick:
- Rechtssicherheit: Nachweislich geschulte Mitarbeitende schützen das Unternehmen vor Bußgeldern und Haftung. Die Schulung ist vom Luftfahrtbundesamt anerkannt.
- Sicherheit: Korrekte Klassifizierung und Verpackung minimieren Risiken.
- Effizienz: Geringere Fehlerquote und reibungslose Abwicklung.
Die Schulung wird inzwischen häufig online angeboten – mit interaktiven Lernmodulen, Videos und Fallbeispielen. Selbsttests und ein Abschlusstest sorgen für eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle. Nach Bestehen erhalten Teilnehmende das entsprechende Zertifikat.
Optimierung interner Prozesse und Transportketten
Durch fundiertes Wissen sinkt die Fehlerquote beim Probenversand drastisch. Prozesse lassen sich besser steuern, Rückfragen mit Spediteuren effizienter klären. Wer in eine regelmäßige und strukturierte Schulung investiert, handelt proaktiv und sichert dauerhaft die Handlungsfähigkeit – auch in Krisensituationen oder bei kurzfristigem Versandbedarf.
Die IATA DGR Unterklasse 6.2 Schulung trägt so maßgeblich dazu bei, dass Labore, Kliniken und Versandverantwortliche nicht nur gesetzeskonform, sondern auch zukunftssicher agieren.
Verantwortlichkeiten aller Beteiligten in der Transportkette
Beim Versand infektiöser oder diagnostischer Proben nach IATA DGR Unterklasse 6.2 tragen mehrere Akteure Verantwortung: Versender, Verpacker, Spediteur, Luftfrachtführer und Empfänger. Jeder dieser Beteiligten muss genau wissen, welche Pflichten er hat – insbesondere im Hinblick auf Sicherheit, Dokumentation und rechtliche Einhaltung.
Der Versender ist beispielsweise für die korrekte Klassifizierung und Verpackung verantwortlich, während das Luftfahrtunternehmen sicherstellen muss, dass keine unzulässigen Stoffe an Bord gelangen. Auch Labormitarbeitende müssen regelmäßig geschult sein, da Fehler bereits beim Probenabzug zu schwerwiegenden Konsequenzen führen können. Eine abgestimmte Kommunikation innerhalb der Kette ist deshalb unerlässlich.
Pflichten der Versender nach IATA und ADR
Versender von UN3373-Proben unterliegen im Luftverkehr den Vorgaben der IATA-DGR und – sofern auch Straßentransport Teil der Kette ist – dem ADR. Die Pflichten umfassen:
- Klassifizierung der Probe
- Wahl der richtigen Verpackung (Hinweise hierzu in Verpackungsanweisung 650)
- Markierung und Kennzeichnung des Versandstücks (z.B. rautenförmige Markierung mit UN3373)
- Bereitstellung der erforderlichen Informationen für den Luftfrachtbrief
Außerdem muss sichergestellt sein, dass alle Mitarbeitenden geschult sind, und zwar innerhalb der 24-monatigen Frist. Die IATA schreibt außerdem vor, dass nur zertifizierte Personen solche Sendungen vorbereiten dürfen. Wird ein Verstoß festgestellt, haftet der Versender unabhängig von der Beteiligung Dritter.
Dokumentation und Nachverfolgbarkeit: Was muss vorliegen?
Eine rechtssichere UN3373-Sendung ist nur dann möglich, wenn die gesamte Dokumentation vollständig und korrekt ist. Dazu zählen:
- Versandetikett mit UN3373-Kennzeichnung
- Empfänger- und Absenderdaten
- Sicherheitsdatenblatt (wenn relevant)
- Begleitdokumente nach IATA (z. B. Air Waybill, je nach Transportart)
Zudem empfiehlt sich eine lückenlose Nachverfolgbarkeit durch Tracking-Systeme, insbesondere bei internationalen Sendungen oder zeitkritischen Proben. Auch interne Nachweise, zum Beispiel durch Checklisten, unterstützen den reibungslosen Ablauf und reduzieren Rückfragen.
Risiken bei Verstößen: Sanktionen und Haftungsfallen
Wird eine Probe unsachgemäß verpackt oder unvollständig deklariert, drohen schwerwiegende Folgen. Neben Bußgeldern und strafrechtlicher Verfolgung können auch der Transport gestoppt, die Ware vernichtet oder haftungsrechtliche Forderungen gestellt werden.
Gerade im Luftverkehr sind die Kontrollen streng. Fehlt eine gültige IATA-Zertifizierung, dürfen Sendungen nicht angenommen werden. Auch Fehler bei der Kennzeichnung, wie falsch angebrachte Labels, gelten als Verstoß. Wiederholungsschulungen sind deshalb keine Formalität, sondern rechtlich und praktisch notwendig.