Psychische Erkrankungen: Hauptursache für Berufsunfähigkeit

Arbeit & Beruf | 24. November 2016

Psychische Erkrankungen: Hauptursache für Berufsunfähigkeit

Jeder sollte sich mindestens einmal mit einer möglichen Berufsunfähigkeit beschäftigen. Denn: In Deutschland ist knapp jeder Vierte betroffen.

Berufsunfähig ist man dann, wenn man wegen einer Krankheit oder eines Unfalls seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann. Noch schlimmer trifft es einen bei Erwerbsunfähigkeit: Dann kann man nämlich in gar keinem Beruf mehr arbeiten.

Ursachen von Berufsunfähigkeit

Entgegen der gängigen Meinung sind die Hauptursachen von Berufsunfähigkeit keine Unfälle am Arbeitsplatz. Natürlich sind einige Berufe gefährlicher als andere, aber in den meisten Fällen sind es Erkrankungen, wegen derer Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Laut der Rating-Agentur Morgen & Morgen (2016) sind die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit:

  1. Psychische Erkrankungen (30,99%)
  2. Erkrankungen von Skelett, Muskeln o.ä. (21,89%)
  3. Sonstige Erkrankungen (15,72%)
  4. Tumoren (14,07%)
  5. Unfälle (9,71%)
  6. Kreislauferkrankungen (7,62%)

Betrachtet man die Ursachen genauer, fällt sofort auf: Die psychischen oder seelischen Erkrankungen liegen mit einem Anteil von 31% weit vor anderen Krankheitsursachen.

Stress und hoher Druck am Arbeitsplatz oder Probleme im Privatleben  werden immer häufiger zur Belastung und können im schlimmsten Fall eine Berufsunfähigkeit zur Folge haben.

Neben den Nervenkrankheiten sind Erkrankungen von Skelett oder Muskeln, wie z.B. ein Bandscheibenvorfall, zweithäufigster Grund dafür, dass Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Diese Erkrankungen liegen mit einem Anteil von 22% auf dem zweiten Platz der Ursachen. Es folgen sonstige Erkrankungen mit 16%, Tumoren mit 14%, Unfälle mit 10% und Kreislauferkrankungen mit rund 8%.

Die häufigsten psychischen Erkrankungen

Zu den psychischen bzw. seelischen Erkrankungen werden laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde alle Krankheiten gezählt, die eine krankhafte Störung des Denkvermögens, der Wahrnehmung, der Gefühle oder auch des Verhaltens darstellen.

Psychische Erkrankungen zeichnen sich zusätzlich dadurch aus, dass sie sehr selten bewusst beeinflusst oder gesteuert werden können.

Bei den Betroffenen treten psychische Leiden wie Depressionen, Belastungsstörungen, Ängste oder auch Neurosen auf. Diese Krankheitsbilder sind meist keine kurzweilige Angelegenheit, sondern begleiten den Betroffenen über einen langen Zeitraum, wenn nicht sogar ein Leben lang.

Innerhalb der psychischen Erkrankungen können Störungen ausgemacht werden, die besonders oft auftreten. Am häufigsten leiden Betroffene laut einer Analyse des Robert Koch Instituts aus dem Jahr 2013 an Angststörungen. Dicht gefolgt von Alkoholstörungen und Depressionen.

Häufigste psychische Erkrankungen

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Auf die Tatsache, dass psychische Erkrankungen Ursache Nummer eins der Berufsunfähigkeit sind, haben auch Alter oder Geschlecht keinen Einfluss. Durch alle Alters- und Geschlechtergruppen hinweg bleiben die psychischen Erkrankungen als Hauptursache bestehen.

Jedoch steigt das generelle Risiko einer psychischen Erkrankung ab 51 Jahren leicht an. Zusätzlich sind auch alle Berufsgruppen betroffen.

Psychische Erkrankungen sind sowohl für Handwerker als auch für Büroangestellte ein großes Risiko. Zudem ist laut des Deutschen Ärzteblattes über die letzten Jahre ein klarer Trend zu erkennen: das Auftreten psychischer Krankheiten steigt weiter an.

Berufsunfähigkeitsversicherung bei psychischen Erkrankungen

Kann man wegen einer psychischen Krankheit nicht mehr arbeiten, ist man meist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Der Staat hilft dann mit der Erwerbsminderungsrente aus. Allerdings gibt es die nur, wenn man gar keine Arbeit mehr ausüben kann, d.h. man muss nicht nur berufs-, sondern erwerbsunfähig sein. Je nachdem, wie viel man verdient und in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann diese Rente höher oder niedriger ausfallen.

Als Faustformel lässt sich sagen: Eine volle Erwerbsminderungsrente liegt bei knapp der Hälfte des Nettoeinkommens. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente lag laut der Deutschen Rentenversicherung bei rund 735 Euro im Monat. Somit reicht die staatliche Unterstützung im Fall von Berufsunfähigkeit also kaum aus, um den Lebensstandard halten zu können. Hier hilft eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), z.B. abschließbar unter https://getsurance.de/berufsunfaehigkeitsversicherung.

Hier zahlt man regelmäßig Beiträge; im Falle von Berufsunfähigkeit erhält man dann eine zuvor festgelegte Berufsunfähigkeitsrente. Diese Versicherung zahlt also bereits, wenn man nur seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann. Im Normalfall sind psychische Erkrankungen dann auch als Grund der Berufsunfähigkeit mitversichert.

Für Menschen, die jedoch bereits an psychischen Krankheiten leiden, wird es allerdings schwer – wenn nicht unmöglich – eine BU abzuschließen. Versicherer sehen bei Kunden, die schon einmal wegen psychischer Krankheiten in Behandlung gewesen sind, ein erhöhtes Risiko der Berufsunfähigkeit. Ob eine BU mit vorhandener Krankenakte abgeschlossen werden kann, hängt vom Betrachtungszeitraum der Gesundheitsfragen ab.

Bei der Antragsstellung werden Fragen zur Gesundheit des Kunden gestellt, die sich auf einen bestimmten Zeitraum beziehen. Dieser Betrachtungszeitraum kann sich von Versicherung zu Versicherung erheblichen unterscheiden. So kann er sich z.B. auf die letzten drei bis fünf oder auch die letzten zehn Jahre beziehen. Fällt die psychische Erkrankung vor die Zeit des Betrachtungszeitraumes und ist vollständig ausgeheilt, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung meist möglich.

Ist man bereits wegen psychischer Erkrankung in Behandlung gewesen, empfiehlt sich eine Risikoanfrage bei den Versicherungen. Diese Anfrage findet mit Hilfe eines Versicherungsmaklers statt, die Daten des Kunden werden dann nicht zentral gespeichert. So kann man risikofrei herausfinden, ob man eine BU erhält oder nicht.

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